Breitband in Jena – was hat sich in den letzten Jahren getan?

By | 17. August 2013

Jena hat eine Arbeitsgruppe Breitband und im Jahr 2012 wurde eine Bedarfsermittlung durchgeführt um herauszufinden, welche Bereiche der Stadt unterversorgt sind, Dies ist wichtig um eine eventuelle Förderung des Ausbaus durch die EU und das Land zu bekommen. Leider hat die Arbeitsgruppe Breitband wohl 2012 zum letzten Mal getagt und die Bedarfsermittlung hat für das Stadtgebiet von Jena (bis auf einige Randgemeinden) keine Unterversorgung festgestellt.

Das liest sich zynisch für Einwohner, die im Kernbereich der Innenstadt mit DSL 1.000 surfen müssen, so sie denn überhaupt Netz haben. Auch für Firmen ist die Situation angespannt: als Startup kann man sich zwischen langsamen Internet der normalen Anbieter oder einer teuren gewerblichen Lösung entscheiden. Für Gründer, die ohnehin kaum Geld für Investitionen haben, kein leichte Entscheidung.

Offiziell ist DSL kein Problem

Offiziell sieht die Lage durchaus entspannt aus. In einer Vorlage der Stadtverwaltung zum Thema Breitband in Jena  aus dem Jahr 2010 heißt es:

Der Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums nennt 38 DSL-Anbieter für das Stadtgebiet von Jena mit einer Verfügbarkeit von über 95 % bei einer Datenübertragungsrate ab 1 MBit/s.

Tatsächlich stehen mit der Deutschen Telekom, Kabel Deutschland und TeleColumbus gleich 3 Netzbetreiber zur Verfügung, an einigen Stellen in Jena bietet auch die Antennenanlagen-Service GmbH Kabel-Netze an. Für den gewerblichen Bereich kommen noch Versatel (bzw. deren Nachfolger) und die Thüringer Netkom hinzu, die eigene Kabelnetze auf Glasfaserbasis im Angebot haben.

Trotzdem ist die Versorgung mit Breitband eher schlecht. Der Kernbereich der Stadt wird gerade einmal von drei Verteilerstationen abgedeckt. Schnelle Verbindungen hängen oftmals von einer kurzen Leitung zur Verteilerstation ab – dies kann wegen der geringen Anzahl der Stationen aber natürlich nur für wenige Nutzer realisiert werden.

LTE ist noch zu teuer

Der Ausbau fand wenn dann nur im Mobilfunk-Bereich statt. Sowohl die Telekom als auch Vodafone haben die LTE Netze in Jena ausgebaut. Damit bekommt man mittlerweile fast überall LTE und könnte damit durchaus schnell surfen. Leider muss man dafür komplett neue Hardware anschaffen (Surfstick oder Smartphone) und die Tarife sind im Gegensatz zu normalen DSL alle gedrosselt und noch sehr teuer (den Preisvergleich gibt es beispielsweise auf  http://www.surfstick.cc) . So verlangt beispielsweise die Telekom für den größten LTE Tarif mit lediglich 30Gigabyte Volumen nach wie vor mehr als 70 Euro pro Monat. Dafür bekommt man zwei bis drei normale DSL Anschlüsse ohne Drosselung.

Einziger Lichtblick beim Ausbau sind TeleColumbus und Kabel Deutschland. Wer einen entsprechenden Anschluss hat kann sich freuen, denn auch in der Innenstadt sind dann Bandbreiten von bis zu DSL 100.000 möglich. Allerdings ist so ein Anschluss leider noch nicht in allen Bereichen der Stadt möglich.

Zukünftig will Thüringen den Breitbandausbau  voran treiben. DSL 15.000 bis 30.000 sind das Ziel bis 2020. Die letzte Zielsetzung der Bundesregierung konnte allerdings auch bereits nicht eingehalten werden, es dürfte interessant werden ob der aktuelle Plan aufgehen wird.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *